MONATSBRIEF - Kolumne von Kirsten Harms



Kolumne von Kirsten Harms


Vom Wert der Begegnung 


Warum persönliche Erlebnisse und echte Begegnungen unseren Reisen Sinn geben


Immer öfter denke ich, dass der wahre Luxus unserer Zeit nicht in weichen Betten oder schicken Restaurants liegt, sondern in Begegnungen.

In einem Gespräch mit dem Gastgeber über die alte Streuobstwiese hinter dem Haus. In einem Lächeln der Bäuerin des Hofes neben dem gemieteten Ferienhaus, die ihren Apfelsaft noch selbst presst. In dem Moment, in dem man sich im Garten mit anderen Urlaubsgästen über die schönsten Augenblicke des Tages austauscht.
 

Wir sehnen uns nach Echtem in einer immer schnelleren, digitaleren Welt
 

Gerade in einer Welt, die immer digitaler, schneller und globaler wird, sehnen wir uns nach Echtem. Nach Geschichten, Gesichtern, regionalen Geschmäckern – nach einer Verbundenheit, die kein Algorithmus erzeugen kann. Es ist das, was eine Reise unvergesslich macht: das Gefühl, einem Ort und seinen Menschen wirklich begegnet zu sein.

Ich erinnere mich an eine Reise in die Mecklenburgische Seenplatte. Morgens roch es nach feuchtem Gras, und der Gastgeber brachte mir frisch gebackenes Brot – „vom Bäcker im nächsten Dorf, der noch selber knetet“, sagte er stolz. Später zeigte er mir den Weg zum See, „da, wo die Kraniche übernachten“. Kein Reiseführer hätte mir diesen Ort beschrieben, kein Online-Tipp diese Begegnung ersetzt.

Auch kulinarisch offenbaren sich Regionen oft erst in der persönlichen Begegnung: das Glas hausgemachte Holunderblütenlimonade auf einem Hof im Allgäu, der Kräutergarten einer Gastgeberin an der Ostsee, die ihre Gäste zum Probieren einlädt. Diese kleinen Gesten machen satt – nicht nur den Körper, sondern auch das Herz.
 

Herz-Momente entstehen nur dort, wo man Zeit hat, zuzuhören 
 

Solche Momente entstehen nur dort, wo man Zeit hat, zuzuhören. Wo man nicht nur konsumiert, sondern teilhat. Vielleicht ist das die neue Art des Reisens: weniger sehen, mehr erleben. Weniger „must sees“, mehr „must feels“.

Die Lieblingsbleiben sind genau aus dieser Sehnsucht der Gründerin Martina Domke nach dem „Echten“, dem Verlangen nach Ruhe und Muße und ihrem Gespür für diese wunderbaren Orte etwas abseits der ausgetretenen Wege entstanden.

So leben viele Lieblingsbleiben-Gastgeber genau diese Haltung. Sie öffnen nicht nur ihre Türen, sondern auch ihre Geschichten. Wer ihnen begegnet, bekommt oft mehr als nur eine Unterkunft – man wird Teil eines kleinen, persönlichen Kosmos aus Erinnerung, Handwerk und gelebter Regionalität.
 

Die Zukunft des Reisens: Nah-Dran-Sein 
 

Und vielleicht liegt darin die Zukunft des Reisens: nicht im Weit-Weg-Fahren, sondern im Nah-Dran-Sein. Im bewussten Schmecken, Spüren, Begegnen.

Denn Reisen bedeutet nicht, der Welt zu entfliehen, sondern sich mit ihr zu verbinden – Schritt für Schritt, Mensch für Mensch, Ort für Ort.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele nachhallende Begegnungen bei Ihren Reisen in die Lieblingsbleiben.
 

Manchmal entstehen aus Begegnungen Freundschaften (Bild ©Gästehaus Gut Ziegelhof)

Das wächst bei uns - Neues entdecken (Bild ©Novanta 90)
 

Urlaub kann man schmecken: Feines vom Schöngeister Hof, frisch produziert (Bild ©Schöngeister)





Über Kirsten Harms
 

Ich habe das große Glück beruflich und privat viel zu reisen, manchmal bin ich nur kurz an einem Ort, manchmal länger, doch immer bin ich neugierig, was es dort Besonderes zu entdecken gibt.

Ein Grundsatz ist für mich, die Umgebung in immer weiteren Kreisen kennen zu lernen, ich starte also direkt am Ferienhaus oder Hotel und mache mich auf meinem ersten Spaziergang mit dem nahen Umfeld vertraut.

Danach geht es weiter in die nähere Umgebung und schließlich per Rad oder Auto zu den umliegenden Orten, Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkten, Naturschönheiten … So habe ich das Gefühl richtig dort anzukommen, wo ich gerade bin und auch die kleinen Dinge wahrzunehmen.

Besonders viel Freude bereitet es mir, mein unbekanntes Umfeld mit allen Sinnen wahrzunehmen, mit offenen Augen und Ohren unterwegs zu sein und zusätzlich den Geruch und Geschmack der Umgebung wahrzunehmen.

www.kirstenharms.de

Kirsten Harms